Rund 60 Bürgerinnen und Bürger folgten am 24. Februar 2026 der Einladung in den Saalbau, um sich über den aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung in Losheim am See zu informieren. Die hohe Beteiligung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Wärmewende vor Ort.
Bürgermeister Helmut Harth eröffnete die Veranstaltung, begrüßte die Referierenden und stellte die neue Klimaschutzmanagerin Astrid Härtel vor. Er betonte die zentrale Rolle der Wärmeplanung für die Gemeinde und verwies auf bereits umgesetzte Maßnahmen: die Ausstattung öffentlicher Gebäude mit Photovoltaik, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED sowie umfassende energetische Sanierungen. „Wir sind auf einem guten Weg, unsere Gebäude in den kommenden zwei Jahren nahezu vollständig zu modernisieren und klimafreundlich zu beheizen“, so der Bürgermeister.
Im Anschluss stellte René Pessier vom Zukunfts[planungs]werk Dresden das kommunale Wärmeplanungskonzept vor. Grundlage ist das Wärmeplanungsgesetz, das Kommunen zur Erstellung entsprechender Konzepte verpflichtet. Ziel ist es, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und gleichzeitig Planungssicherheit für Eigentümer und Unternehmen zu schaffen.
Das Konzept basiert auf einer umfassenden Analyse der energetischen Situation von Wohngebäuden, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen. Im Fokus standen insbesondere Sanierungspotenziale sowie geeignete Standorte für erneuerbare Energien. Auf dieser Basis wurden Versorgungsgebiete definiert: Während sich in bestimmten Bereichen der Ausbau von Nahwärmenetzen anbietet, werden in anderen dezentralen Lösungen – etwa Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaik – empfohlen.
Parallel zur Erstellung des Gesamtkonzepts treibt die Gemeinde bereits konkrete Maßnahmen voran und nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Region ein. So werden derzeit in fünf Ortsteilen (Bachem, Losheim, Niederlosheim, Wahlen und Scheiden) durch das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) integrierte Quartierskonzepte erarbeitet. Diese betrachten die Energieversorgung auf lokaler Ebene im Detail und zeigen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Ergänzend wurden kommunale Gebäude analysiert und Optimierungspotenziale identifiziert. Öffentliche Informationsveranstaltungen zu Themen wie Wärmepumpe, Dämmung und Solarenergie stießen bereits auf großes Interesse.
Ein zentrales Projekt ist die geplante Nahwärmeversorgung im Ortsteil Losheim, die seit 2025 von der Losheimer Wärme GmbH entwickelt wird. Geschäftsführer Michael Haupenthal erläutert: “Vorgesehen ist eine Versorgung des Kernortes mit Biogas aus der Biogasanlage auf der Wahlener Platte. Über eine Leitung wird das Gas zu einem Blockheizkraftwerk am Ortsrand transportiert. Hier wird vor allem bedarfsgerecht Strom produziert, wenn diese im Netz benötigt wird. Die Abwärme wird in das Nahwärmenetz eingespeist. Ergänzt wird die Anlage durch eine Großwärmepumpe und einen Elektrokessel, die bei Stromüberschuss im Netz Wärme erzeugen. Beide Wärmequellen speisen in einen zentralen Speicher ein“. Von dort erfolgt die Verteilung an private, gewerbliche und kommunale Abnehmer. Das Besondere des Konzeptes ist die Sektorenkopplung von Biomasse/Biogas und regenerativ erzeugtem Wind und Sonnenstrom. Dadurch kann Wärme bereitgestellt werden, die klimaneutral aus Quellen in der Gemeinde erzeugt werden. Der Baubeginn ist für Anfang 2027 geplant, die Inbetriebnahme für 2029. Interessierte Haushalte können sich weiterhin anschließen.
Christine Mörgen von der Verbraucherzentrale des Saarlandes informierte ergänzend über Fördermöglichkeiten für private Haushalte. Sie empfahl, frühzeitig eine unabhängige Beratung in Anspruch zu nehmen und langfristige Sanierungsstrategien zu entwickeln, um im Falle eines Heizungsausfalls vorbereitet zu sein.
In der anschließenden Diskussionsrunde, souverän und professionell moderiert von Christian Beckinger (Saarbrücker Zeitung), wurden zentrale Fachbegriffe erläutert und Fragen aus dem Publikum beantwortet. Es wurde klar, dass das Projekt zur Nahwärmeversorgung Vorzeigecharakter hat und zeigt, dass Losheim bereits sehr fortgeschritten ist mit seinen Planungen, die bereits Ende 2022 begonnen wurden. Für die Anschlüsse sind nur geringe Kosten für die Installation einer Übergangsstation erforderlich.
Eine interessante Frage seitens Herrn Beckinger war auch die Erläuterung des Begriffs „Wärmelinien“ und „Wärmeliniendichte“ an Herrn Pessier. So beschreibt die sogenannte Wärmeliniendichte die Effizienz eines Wärmenetzes entlang einer Trasse und dient als wichtige Entscheidungsgrundlage für den wirtschaftlichen Betrieb.

Die Veranstaltung zeigte deutlich: Losheim am See hat frühzeitig die Weichen für eine nachhaltige Wärmeversorgung gestellt. Die Kombination aus strategischer Planung und konkreten Projekten schafft eine solide Grundlage für die kommenden Jahre.



